Der Dombezirk


Das heutige Domareal war vermutlich aufgrund seiner markanten Lage bereits in urgeschichtlicher Zeit Siedlungs- und Bestattungsplatz. Mindestens an einer Stelle am Prälatenweg wurden jungsteinzeitliche Tongefäße gefunden. Zwei römische Münzen und ein Schmuckstein stammen ebenfalls aus dem weiteren Domumfeld, die genauen Fundorte sind unbekannt. Der Schmuckstein ist eine Gemme aus blauem Glas. Bei den Münzen handelt es sich um einen Sesterz der Faustinia II aus dem 2. Jh. und ein As des Hostilianus aus dem 3. Jh. Schmuckstück und Münzen belegen einen Zufluss von römischen Gütern in germanisches Gebiet; die Münzen dienten jedoch kaum als Zahlungsmittel.
Im 10. Jh. wird die Höhenlage zum Kern des neu gegründeten Bistums Havelberg mit Dom und Bischofssitz, der sicherlich befestigt war. Inwieweit diese Burg nach dem Slawenaufstand als Herrschaftssitz weiter genutzt wurde, oder die slawische Elite in einem der Burgwälle in Havelnähe residierte, wissen wir nicht. Mit der deutschen Annexion ab Mitte des 12. Jh. und der Wiedereinrichtung des Bistums, wurde der Bischofssitz mit einer Mauer und vier Toren befestigt, wie im 17. Jh. von Merian auf dem Stich von 1622 festgehalten ist. Teile der Befestigung sind als Backsteinmauer auch heute noch erhalten. Der im Jahr 1170 als einer der ersten Steinbauten im ehemaligen Slawengebiet östlich der Elbe geweihte Dom, bildet das Zentrum der Burg. Bereits 1279 zerstörte ein Brand größere Teile, der Wiederaufbau erfolgte im gotischen Stil mit Ziegeln. Bischof Dietrich I. weihte 1330 den Hochaltar ein. Die Marienkapelle im südlichen Seitenschiff wird im 14., die Annenkapelle im 16. Jh. eingeweiht. Genauere Informationen zum Dom finden sie auf der Seite "Sakralbauten" der Stadt Havelberg.
Obwohl der Dombezirk mit der Ansiedlung von Priestern und Handwerkern ständig an Bevölkerung gewinnt, wird er nie zur Stadt. Erst 1876 wird er und die Gemeinden der umliegenden Hügel mit der Stadtinsel vereinigt.
Auf dem Luftbild von 2001 sind mehrere Punkte markiert, die weitere Informationen liefern. Dazu gehören der Dom und das heutige Museum, das Fundament einer spätmittelalterlichen Kapelle und der ungefähre Fundort eines römischen Schmuckstücks. Die Punkte sind interaktiv und führen weiter.
Der Havelberger Dom
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Das Prignitzmuseum zu Havelberg
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Die Beinhauskapelle
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Eine römische Glasgemme,
ein Einzelfund aus der römischen Kaiserzeit.
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Prälatenweg
Beim Anpflanzen einer Hecke wurden 1933 mehrere vollständige Gefäße gefunden
und bei den Arbeiten zerstört. Nach den erhaltenen Scherben zu urteilen,
dürfte es sich um Gefäße der neolithischen Tiefstichkeramik gehandelt haben.
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Mittelalterlicher Ziegelbrennofen
Auf dem Gelände der 1810 errichteten Domschule wurden 1974 die
Reste eines vermutlich mittelalterlichen Ziegelbrennofens entdeckt.
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Brunnen des 18. Jh.
Der Brunnenschacht besteht aus trapezförmigen und
in Lehm gesetzten Ziegeln und dürfte bis in eine Tiefe
von 20-30 m reichen. Der innere Durchmesser liegt bei 2,2 m.
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