Ein jungbronzezeitliches Urnengräberfeld



Zwischen Toppel und Havelberg sind in der Literatur mehrere jungbronzezeitliche Gräberfelder vermerkt, bei denen es sich um getrennte Fundplätze, aber auch um einen größeren Komplex handeln könnte, der an verschiedenen Stellen angegraben wurde.
Der erste Bericht mit der genauesten Angabe stammt von A. Götze. Anfang des 20. Jh. wurde beim Bau der Bahnstrecke von Havelberg nach Glöwen südlich von Toppel eine Bodenwelle durchstochen; die Arbeiter zerstörten dabei eine nicht mehr bekannte Zahl von Urnen.
Beim Bau der Havelberger Kläranlage wurde der Bestattungsplatz erneut angeschnitten.
Heute ist die Bahnstrecke stillgelegt und die Gleise sind demontiert. Die Bahntrasse ist nördlich der Kläranlage noch als verwilderter Streifen begehbar. Über die genaue Lage der Gräber ist nichts überliefert, immerhin wurden aber etliche Urnen unzerstört geborgen und mit Inhalt dokumentiert. Götze stellte 1912 einige der gut erhaltenen Fundstücke vor. Die einzelnen Gefäße lassen sich in der Abbildung für eine Vergrößerung anklicken.

Foto vom Fundplatz Domplatz
Doppelkonus mit ritzverziertem Unterteil
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Domplatz
Terrine mit Deckel
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Domplatz
Kegelhalsterrine
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Domplatz
Tasse
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Neben den Urnen fanden sich einige weitere Tongegenstände und etliche Bronzestücke, darunter eine Spiralplattenfiebel, zwei Pinzetten, Messerbruchstücke und Ringe. Die Fundstücke sind heute Teil der Sammlung des archäologischen Landesmuseums in Halle.