Eine Gürtelkette aus der Havel



















Das Foto zeigt die 1931 bei Nitzow aus der Havel gebaggerte Kette und ein gemanisches Hiebschwert, ebenfalls einen Baggerfund. Beide Funde stehen örtlich und zeitlich in keinem Zusammenhang, sind aber sicher absichtlich zusammen fotografiert worden. Waltraut Bohm stellte 1937 die Kette vor und interpretierte sie - der Zeit geschuldet - als Schwertgehänge eines bedeutenden Kriegers.
Die Kette ist über 2 Meter lang und besteht aus 47 Bronzeringen, die durch stabförmige Manschetten verbunden sind. Zwei dieser Verbindungsstäbe tragen Haken, die Pferdeköpfen nachempfunden sind. Das Ende der Kette wird durch eine größere Metallperle gebildet, an der zwei kleinere Kettchen hängen. Ketten dieser Art werden Stabgürtelketten genannt; sie sind ein typischer Bestandteil der keltischen Frauentracht der Mittellatènezeit, d.h. im 3. und 2. vorchristlichen Jahrhundert. Vermutlich war die 227 cm lange Kette ursprünglich noch etwas länger, da der Endhaken fehlt.
Ein sehr instruktives Beispiel einer gleichartigen Kette wurde in einem Frauengrab im bayerischen Egweil ausgegraben. Die Kette wurde im Block geborgen und war so gut erhalten, dass die Lage am Körper rekonstruiert werden konnte.
Die Havelberger Kette ist der nördlichste Fund dieser Art. Wie sie so weit abseits des keltischen Kulturkreises in die Havel gelangte, ist nicht mehr zu klären.
















Links:
Rafiniert gegürtet - Eine mittellaténezeitliche Gürtelkette aus Egweil
Die Laténe-Zeit bei Wikipedia