Archäologie von Ketzin
Slawen in Ketzin
Fährberg - Gräberfeld
Impressum
Doppelkonus mit hochliegender Schulter, darauf ein
dreizeiliges Spitzbogenmuster, nach unten begrenzt von
einem dreizeiligen Linienband. Färbung bräunlich bis
grauschwarz, mittelhart gebrannt, raue Oberfläche.
Höhe 9,5 cm, Mündungsdurchmesser 10,3 cm.
Doppelkonus mit einer Kerbreihe am Umbruch.
Farbe gelblichgrau, oben geglättet, unten rau.
Höhe 9,5 cm, Mündungsdurchmesser 10,3 cm.
Gefäß mit schräger Wandung und stark ausladendem Rand, darunter
Grübchen. Farbe graubraun. Höhe 7,2 cm, Mündungsdurchmesser 14,8 cm.
Doppelkonus mit dreizeiligem Wellenband und zweimal
umlaufendem dreizeiligen Linienband auf Hals und Schulter.
Farbe graugelb, grob gemagert, gut gebrannt.
Höhe 10,4 cm, Durchmesser 12,6 cm.
Waggschale aus Bronzeblech. Höhe 2,3 cm, Durchmesserm 7,3 cm.
Oben die Innenseite, unten die Unterseite


Gefäße und Waagschale aus den Gräbern. Zeichnungen aus: Grebe /Hoffmann, 1964, Veröffentlichung der Brandenburgischen Landesmuseums Potsdam, Bd. 3, S. 135/136


Ketzin / Fährberg - ein slawenzeitliches Körpergräberfeld



(Fundplatz Ketzin 5b)

Bereits Ende des 19. und Anfang des 20. Jh. wurden am Fährberg zwei, evtl. drei Körpergräber gefunden, die aufgrund ihrer Beigefäße eindeutig slawenzeitlich sind. Die genaue Lage ist nicht mehr bekannt, in den Fundmeldungen ist vom Sennschen Obstgarten bzw. vom Garten Sommer die Rede. Zwei Gräber waren aufgrund des Skeletts eindeutig als solche erkennbar, Holzspuren oder Steinsetzungen wurden nicht beobachtet. Über die Lage der Toten und ihre Orientierung ist nichts bekannt, auch die Lage der Keramikgefäße wurde nicht dokumentiert, die Keramik blieb aber erhalten.
Gefäß 1 stammt aus einem der Gräber, die Gefäße 2 und 3 sowie eine kleine Waagschale aus Bronze stammen aus dem zweiten. Vom dritten Grab ist lediglich Gefäß 4 erhalten, jedoch keine Erwähnung des Skeletts.
Die aufgefundenen Gefäße sind typische mittelslawische Keramik, die aber durchaus bis ins 12. Jh. vorkommt. Grebe und Hoffmann datieren die vier Ketziner Gefäße in den Zeitraum Ende 10. bis Mitte 11. Jh.

Quelle:
Klaus Grebe / Richard Hoffmann, 1964, Slawische Grabfunde aus Fahrland, Ketzin und Phöben, Veröffentlichung der Brandenburgischen Landesmuseums Potsdam, Band 3