Archäologie von Ketzin
Slawen in Ketzin
Ketzin 18, slaw. Gräberfeld
Impressum


Befund 26, 42, Feldzeichnung, M 1:10, Zeichner U. Bauer, A. Ernst


Befunde 26 und 42

Befund 26
Archäologie:
Das Körpergrab war Nordwest-Südost Orientiert, der Körper in gestreckter Rückenlage mit den Armen seitlich am Körper bestattet. Eine schwache, humose Holzspur am Fußende könnte auf einen Sarg hindeuten.
Das Skelett ist recht gut erhalten (Abbildung). Die Grabgrube war erkennbar, in der Grabverfüllung lagen am linken Knie zwei verlagerte menschliche Wirbel und zwei Keramikscherben. Eine Randscherbe ist stark nach innen gebogen, rundlich verdickt und vermutlich urgeschichtlich, eine kleine Wandscherbe zeigt eine Kerbleiste, wie sie bei mittelslawischer Keramik vorkommt (Abbildung).
Am und unter dem rechten Unterschenkel bzw. Sprunggelenk lagen mehrere korrodierte Eisenobjekte, bei denen es sich evtl. um Sporenreste aber auch Teile von Fußfesseln handeln könnte (Abbildung).

Datierung: 9. - 12. Jh.

Befund 42
Archäologie
Das Grab wurde vollständig erfasst, die Grabgrube war NW-SO orientiert. Der Körper lag in gestreckter Rückenlage, war aber so schlecht erhalten, dass die Lage der Arme nicht festzustellen war (Abbildung). Der Befund liegt zwar sehr nahe neben Befund 26, die Grabgruben sind jedoch getrennt, ein Zusammenhang ist aber nicht auszuschließen.

Anthropologie:
Aus dem Befund liegen der stark fragmentierte Schädel sowie beide Oberschenkel und beide Schienbeine vor.
Die Altersbestimmung konnte anhand der vorhandenen Zähne vorgenommen werden. Vom Milchgebiss sind drei Backenzähne (Molaren) aus dem Oberkiefer und drei aus dem Unterkiefer sowie ein Eckzahn vorhanden. Von Dauergebiss liegen Kronen mit beginnender Wurzelbildung von zwei ersten Molaren sowie die Krone eines zweiten Molaren vor, weiterhin gibt es noch Kronen von den beiden oberen mittleren Schneidezähnen, zwei Prämolarenkronen sowie die Kronen von zwei Eckzähnen. Hieraus ergibt sich ein Alter von 4 Jahren ± 12 Monate. Ein Größenvergleich der Langknochen kann nicht erfolgen, da diese nur fragmentarisch überliefert sind.