Befund 35, eine erwachsene, vermutlich weibliche Person
Archäologie:
Der Befund wurde vermutlich bei der Herstellung des Bauplanums zu spät erkannt und zumindest
teilweise vom Bagger zerstört. Die Reste wurden auf Planum 2 dokumentiert und geborgen.
Vom weitgehend zerstörten Körpergrab konnte lediglich der Unterkörper im Verband dokumentiert werden. Grabgrube und die Lage der unteren Extremitäten deuten auf eine gestreckte Rückenlage in NW-SO Orientierung hin.
Datierung: 9. - 12. Jh.
Anthropologie:
Das Skelett ist unvollständig; vom Schädel ist nur ein einziger Zahn erhalten, von der Wirbelsäule liegen Reste der Brust- und Lendenwirbel vor, dazu einige Rippenfragmente. Von den oberen Extremitäten ist die rechte Seite besser erhalten, von der linken sind nur Reste von Elle und Speiche vorhanden. Becken und Kreuzbein sind nur in geringem Maße vorhanden, die Beine sind stark fragmentiert.
Aufgrund der abgeschlossenen Verwachsung von Beckenkamm (Crista iliaca) und Darmbein (Ilium) ist ein Sterbealter von über 24 Jahren anzunehmn.
Da Becken und Schädel nicht erhalten sind, ist eine Geschlechtsbestimmung außerordentlich schwierig. Die Knochen erscheinen im Vergleich zu den anderen Skeletten vom Fundplatz eher grazil, was möglicherweise ein Hinweis auf ein weibliches Geschlecht sein könnte.
Eine Rekonstruktion der Körperhöhe war aufgrund der fehlenden Geschlechtsbestimmung nicht möglich.