Archäologie von Ketzin
Slawen in Ketzin
Ketzin 18, slaw. Gräberfeld
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Befund 44, Feldzeichnung, M 1:10, Zeichnung A. Ernst


Befund 44, ein 2-4 jähriges Kind

Archäologie:
Körpergrab, vermutlich Nordwest-Südost-Orientierung, vermutlich gestreckte Rückenlage, Lage der Arme unklar.
Der Befund wurde im Planum 1 als Körpergrab erkannt und wenige Zentimeter tiefer auf Planumshöhe 2 dokumentiert. Zwischen Pl. 1 und 2 wurde eine ur- oder frühgeschichtliche Wandscherbe geborgen. Zwei verlagerte Knochen einer älteren Person wurden getrennt inventarisiert. Die Grabgrube war nur mäßig erkennbar, die Knochen stark fragmentiert (Abbildung). Im Bereich des Halses und der Brust lagen 10 Glasperlen, von denen 7 bei der Bergung der Knochen gefunden und drei weitere später aus der Verfüllung ausgeschlämmt wurden (Abbildung). Ab Becken ist der Befund durch die südwestlich anschließende Grabgrube von Befund 38 gestört; dieser Befund ist damit jünger als 44. Der ältere Befund 31 dagegen wurde beim Ausheben der Grabgrube von 44 am Kopfende zerstört und dabei wohl der Schädel entnommen.

Anthropologie:
Das Skelett ist vermutlich vollständig, liegt aber extrem fragmentiert vor. Auffällig ist, dass neben dem Schädel Wirbel und Rippen relativ gut überliefert sind, die Extremitäten hingegen sehr schlecht. Sicherlich nicht zu diesem Grab gehören ein Mittelfußknochen und ein Schlüsselbein, die von einer adulten Person stammen.
Die Altersbestimmung erfolgt anhand der vorliegenden Zähne bzw. Zahnkronen des Dauergebisses, dem Verwachsungsgrad der Wirbel, sowie eines Größenvergleichs von Teilen der Schädelbasis (Pars basilaris). Die Zähne deuten auf ein Altern von 3 Jahren ± 12 Monaten, die Maße an der Schädelbasis von 3,5 bis 4 Jahren hin.
Als pathologische Besonderheiten sind Anzeichen einer Cribra cranii, einer porösen Struktur auf dem rechten Scheitelbein im Bereich der Schädelnähte, zu nennen, die möglicherweise durch eine Anämie entstanden ist.