Befund 45, Feldzeichnung, M 1:10, Zeichnung A. Ernst
Befund 45, ein 4-6 jähriges Kind
Archäologie:
Körpergrab, Nordwest-Südost-Orientierung, vermutlich gestreckte Rückenlage, Lage der Arme unklar.
Das Skelett war auf Planumshöhe 1 bereits weitgehend zu sehen, die Höhendifferenz zwischen Pl. 1
und 2 beträgt nur 1-2 cm. Einige lose Knochen ohne erkennbaren Zusammenhang wurden gesondert inventarisiert. Die Grabgrube war gut sichtbar, in
der Grabverfüllung fanden sich 2 ur- oder frühgeschichtliche Keramikscherben. Der Oberkörper lag in Rückenlage, der linke Arm ausgestreckt, der rechte Oberarm und ein Unterarmknochen direkt aufeinander. Ober-und Unterschenkelknochen lagen entweder in einer leichten Hockstellung
oder wurden geringfügig verlagert. Eine Störung ist aufgrund der flachen Lage sowohl bei der früheren Hofplanierung als auch bei den aktuellen Bauarbeiten durchaus denkbar (Abbildung).
Anthropologie:
Die Skelettreste aus Bef. 45 sind relativ gut erhalten, der Schädel ist aber extrem stark fragmentiert. Wirbelsäule, Hände und Füße liegen nur in wenigen Teilen vor, Becken und Kreuzbein fehlen völlig. Die Knochenoberfläche ist verhältnismässig gut erhalten.
Die Altersbestimmung erfolgt über den Zahnstatus bzw. den
Epiphysenschluss am zweiten Halswirbel (Axis). Im Ober- und Unterkiefer sind die ersten Dauermolaren bereits
durchgebrochen und die mittleren Schneidezähne vorhanden, der seitliche rechte Schneidezahn steckt noch im Kiefer. Hieraus ergibt sich ein Alter von 6 Jahren ± 24 Monaten.
Eine etwas jüngere Altersangabe liefert der Axis; hier sind Wirbelkörper und Wirbelbogen noch nicht miteinander verschmolzen, was gewöhnlich zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr geschiet.
Eine Geschlechtsbestimmung war nicht möglich.